1947er feiern den 70er

„Es ist wirklich wahr, wir werden heuer 70 Jahr“. Unter diesem Motto haben sich am Ostermontag neunzehn Frauen und Männer getroffen.

Text: Josef Wilhelm
Fotos: J.M.Faimann

Eingeladen waren alle, in Obsteig ansässig sind und weggezogene Obsteiger/innen sowie die Volksschullehrerin Hilde Schaber und Pfarrer P. Andreas Rolli. Begonnen hat die Feier mit einem vom Obsteiger Singkreis unter Leitung von Christine Gapp sehr schwung- und niveauvoll gestalteten Gottesdienst in der Pfarrkirche.



Anschließend waren wir auf ein bekannt exzellentes Schnapserl im Pfarrsaal.



Von dort ging es in den Gasthof Stern.



Josef Wilhelm begrüßte zuerst Lehrerin Hildegard Schaber, mit der sich zahlreiche angenehme „Schulkindergeschichten“ verbinden.


Zu Pater Rolli, der zum selben Altersdezennium gehört, merkte Josef an, dass er verraten solle, warum er jünger aussehe und man nicht vermuten möchte, dass er auch ein 70+ ist. Jedenfalls solle er noch viele Jahre Pfarrer in Obsteig bleiben.

Josef erinnerte aus einem Auszug der Protokolle über Obsteig, was die Menschen im Jahre 1947 beschäftigt hat. Es waren dies u.a. Ansuchen um Erlangen der Österreichischen Staatsbürgerschaft, die Reparatur und Erweiterung von Stadel-, Stall- und Holzschupfen sowie die Erneuerung der „Abortanlagen“: Es war wirklich eine andere Zeit.






Viele gelungene und reiche Lebenserfahrung sei um die zwei Tische versammelt: Von der Bäuerin bis zum Lehrer, Landwirte und Gastwirte, Menschen, die in Freien gearbeitet haben und solche, die im Büro einem Beruf nachgegangen sind. Es seien Menschen mit Enkelkindern hier, Menschen die verwitwet sind und Leute die durch Heirat oder Wohnungskauf zugezogen sind.



„In den ersten Volksschuljahren waren wir zehn Kinder in Obsteig und sechs im Oberviertel in der Schule. Diese Zahl hat sich bis heute verdoppelt und das ist gut so und hat wirkungsvoll zum Wachstum des Dorfes beigetragen“. In diesem Zusammenhang wurde auch an die Verstorbenen aus dem Jahrgang erinnert: Heinrich Thurner und Ludwig Schaller, beide aus dem Oberviertel.
Zuwanderung und Bevölkerungszuwachs werde es auch in Zukunft geben, und das sei gut so. „Wichtig ist, dass neue Mitbürger/innen zum Dorfleben beitragen und ihnen dies auch ermöglicht wird. Nur so könne Integration gelingen“, betonte Wilhelm. Das bevorstehende Jahrzehnt bis 80 biete noch viele Chancen, auch wenn es „da und dort zwickt und zwackt“ und manche Ding eben weniger schnell erledigt werden können. Die Generation 70plus kann reisen, moderat Sport betreiben,„die Jungen“ unterstützen oder Älteren hilfreich sein und ebenso in einem Verein, einem Chor (wie in unserem Fall) oder in einer informellen Gruppe mitwirken.
Das Wichtigste sei, das Leben im Rückblick und in der Vorausschau positiv und optimistisch zu sehen. Das halte im Geist und im Herzen frisch. So solle es sein bis zu den beiden nächsten Treffen zum 80er und 90er, die die erfahrenen Organisatorinnen Monika Süka-Mantl, Luise Oberguggenberger, Annelies Granbichler und Maria Gassler ganz bestimmt schon im Auge haben. Dafür danken die neunzehn Obsteiger/innen, die am Ostermontag 2017 dabei waren, und sicher auch so manche/r, die /der nicht dabei sein konnte.

Text vom Jahrgangstreffen 2007 im Nuis Schmalz Blattl 39. Ausgabe

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