Sturlbach wurde begradigt

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R.I.P., Sturlbach!
Der Sturlbach wurde von der B 189 Brücke bachaufwärts von den Windwürfen aufgeräumt und teilweise in ein neues Bachbett gezwungen.

Text: Susanne Patzleiner
Fotos: Susanne Patzleiner, Daniel Strigl, J.M. Faimann



Ich bin maßlos entsetzt über das Sakrileg, das an unserem Sturlbach begangen wurde.



Er war ein wunderbar lebendiger, sprudelnder Bach mit tiefen, blaugrünen Gumpen, mit sanftem Rieseln und Unmengen an Larven aller möglichen Tierchen in seichten Becken, mit Weiden- und Erlenbegleitung an seinen Rändern, wo sich verschiedenste Orchideen, seltene Lilien und ein paar einzigartige Pflanzen tummelten.


Vor der Ausbaggerung und . . .


. . . nachher.
Jetzt ist da ein steriler Kanal mit Geröllwänden (warum nicht gleich ein Betonkanal??), kein Mäandern und sich Winden zwischen großen Felsen und angeschwemmten Bäumen mehr.




Jeder Volksschüler weiß, dass ein gerader Bach schneller fließt als einer mit Kurven, Seitenästen und kleinen Teichen.

Deshalb werden ja schon seit Jahren jede Menge begradigter Bäche wieder zurückgebaut. Man hat in der Zwischenzeit erkannt, dass unsere Vorfahren nicht die dümmsten waren mit ihrer Taktik, einen Bach sein eigenes Bett finden zu lassen, weil man erfahren hatte, dass ein begradigter wesentlich gefährlicher war.


Von allen ästhetischen und naturschützerischen Aspekten abgesehen: ich kann beim besten Willen keine Logik in der ganzen Sache erkennen: Der Bach rauscht jetzt mit einer gewaltigen Geschwindigkeit an meinem Haus vorbei,und sicher fühle ich mich damit wesentlich weniger als mit dem gemütlichen Bächlein, das vorher alle paar Jahre zwar anschwoll, aber keinen wirklichen Schaden anrichtete!

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