Volksschüler wanderten zum Zementofen

Am 10.09.2018 wanderten die Obsteiger Volksschüler mit ihren Lehrpersonen zum Mötzer Zementofen. Neben dem Wandern wurde auch eine historische Stätte in unserer nächsten Nähe besucht.

Text und Fotos: Carmen Stecher

Der Zementofen



Wer aufmerksam von der Schönen Aussicht Richtung Mötz spaziert oder radelt, entdeckt ungefähr auf halber Strecke einen unscheinbaren, im Wald versteckten, 7m hohen Turm.


Es lohnt sich, die ca. 50 m in den Wald hinauf zu steigen, um dann . . .


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. . . vor einem alten Stollen . . .


. . . samt Schienen und Grubenhunt, . . .



. . . Brennofen und Kamin, steinerner Hütte und einem wunderbar gestalteten Platz mit einladenden Bänken zu stehen.
Man spürt dort den kalten Luftzug, der direkt aus dem Inneren des Stollens kommt.

Vielleicht auch deshalb, weil sich oberhalb des Bergwerks eine große Einbruchstelle in den Stollen befindet und vernünftigerweise mit dem Hinweis auf „Lebensgefahr“ und „Einsturzgefahr“ großräumig abgezäunt und gesperrt wurde.


Laut Erzählungen des Landeschronisten Helmut Hörmann und des Bäckers Josef Spindler aus Mötz, dem jetzigen Besitzer des Zementofens, wurde dieses Bergwerk bis vor ca. 100 Jahren betrieben.


30 – 40 Männer waren damals beschäftigt, Zement aus dem Grünberg abzubauen und an Ort und Stelle zu brennen. Dazu wurde der Ofen bei Tag und Nacht in Betrieb gehalten. Verköstigt wurden die hart arbeitenden Bergleute in einem kleinen, steinernen Haus direkt neben dem Ofen, das auch heute noch zu betrachten ist. Die Hütte zum Schlafen steht leider nicht mehr, ihre Umrisse wurden allerdings von Josef Spindler mit Holzpfosten markiert.

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Zum Abtransport des gebrannten Zementes ins Tal gab es eine Seilbahn hinunter in die Königsgasse nach Mötz, in die sogenannte „Zementfabrik“, einem Gebäude, das heute noch als Wohnhaus dort steht. Dort wurde der Zement gemahlen.


Der Zement wurde unter anderem zum Bau des Bahnhof Mötz, Stams und Silz verwendet. Auch wurden Restaurierungsarbeiten im Stift Stams damit durchgeführt.

 

Der Zementofen war ursprünglich in Besitz des Stift Stams, bis er vor ca. 10 Jahren von Josef Spindler erworben und liebevoll restauriert wurde.
Es ist schön, wenn Vergangenheit durch private Initiativen lebendig wird und nicht in Vergessenheit gerät. Dadurch wird Heimat wertgeschätzt!


VS-Lehrerin Carmen Stecher erzählte den Kindern so einiges über den Zementabbau.

Galerie:

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